Das Haus der alten Dame


Ich traue mich nicht weiter zu gehen.
Von unten sah der Boden schon derart marode aus, dass es nur allzu leichtsinnig wäre, nun dort oben drauf weiter zu laufen.
Die Neugier reizt mich, aber das ist kein Risiko wert.
Der Dachboden ist einfach zu alt und brüchig.

Das alte Haus ist voller Gegenstände. Unübersichtlich, durchwühlt, in jedem Raum irgendwie ein neues Chaos.
Es fällt mir anfangs etwas schwer eine “Linie” für mich zu finden. Zu entscheiden wo ich mit den Fotos beginne, oder wie ich das Haus für mich selbst einschätzen kann.
Manche empfindet man als gruselig, andere als wohnlich oder nostalgisch.
Viele wirken einladend, andere wiederum abweisend und kalt.
Dieses Gefühl wirkt sich auch immer auf die Fotos aus und die Art wie ich einen Ort präsentieren möchte.

Hier hat sicherlich viel die ansässige Jugend gehaust und randaliert.
Aber ich denke es war auch in der noch bewohnten Zeit recht urig und voller Gegenstände. Ordnung kann hier nicht großartig geherrscht haben…

Das Haus steht eigentlich relativ unüblich und unscheinbar mitten in einer Wohnsiedlung einer großen Stadt im Ruhrgebiet. Von außen scheint es noch ganz okay, aber die oberen Etagen sind nur noch Ruine.
Der Verfall hat hier schon viele Jahre seine Spuren hinterlassen…