Tschernobyl – Kindergarten in der Sperrzone


Unter mir gibt der Boden nach. Der weiche Bodenbelag hat keinen halt mehr und mein rechter Fuß bricht ein Stück ein. Mir stockt kurz der Atem und ich halte einen Moment inne. Okay. Nichts weiter bewegt sich, also vorsichtig den Fuß heben und weiter laufen. Über 30 Jahre Leerstand haben Spuren hinterlassen. Die Konstruktion ist nicht mehr sicher. Ich gehe sehr vorsichtig und höre auf Geräusche. Würde ich noch einmal einbrechen könnte es anders enden. Das möchte ich hier ganz besonders vermeiden. Denn alles ist radioaktiv verseucht. Nach der Explosion des 4. Reaktors des AKW von Tschernobyl im April 1986 ist hier alles unbewohnbar geworden. Ein trauriger Ort. Überall Kinderpuppe, kleine Betten und Spielzeug. An solchen Orten wird einem auf minimaoistische Weise erneut das Ausmaß der Katastrophe bewusst.